Länderinfos
Newsletter


Hitzepickel und Frostbeulen

Teil 5 - Marokko: Hoher Atlas & Norden

 
Einstieg in den Hohen Atlas: Der Ort Boumalne Dadès, malerisch gelegen zwischen Palmengärten und Gebirge. 
Einer, der sich offensichtlich nicht vom Gesang des Muezzin stören lässt (ganz im Gegenteil zu vielen Touristen, die wenig bis gar keine Freude daran haben, dass es kaum noch Moscheen ohne elektrischen Verstärker gibt...)
Bizarre Felsformationen im Dadès-Tal.
Les Gorges du Dadès, Dades-Schlucht.
Es hagelt richtiggehend gegen die Windschutzscheibe, denn auch in den Bergen Marokkos macht sich die Heuschreckenplage breit. Die Relation zum Scheibenwischer zeigt, dass die Viecher eine stattliche Grösse haben.
Auf ca. 2.700 Metern Höhe. Im Tal das grüne Band des Dadès.
Auch in diesen extremen Höhenlagen trifft man auf zahlreiche schöne Dörfer inmitten grüner Felder. Einzige Problematik: Horden von aggressiven bettelnden Kindern stürzen sich in gefährlicher Art und Weise auf die passierenden Fahrzeuge.  
Ein Beispiel für die afrikanische Kunst der Improvisation (könnte ebenso gut aus einem anderen Land Nord- oder Schwarzafrikas stammen). Bei diesen Wasserhähnen in Agoudal erleben wir im übrigen unsere kühlste Nacht: Aussentemperatur zwischen -5 und -10°C, im Dachzelt 0°C.
Noch weiter geht es hinauf. Siedlungen werden seltener. Lediglich einsame Hirten mit Schaf- und Ziegenherden sind anzutreffen.
Noch vor ein paar Wochen hätte man hier unter erschwerten Bedingungen weiterfahren (oder gar umdrehen) müssen. 
An vielen Stellen ist die Piste weggeschwemmt, also geht's durch's Wasser, dank steinigem Untergrund eine ungefährliche Angelegenheit.  
Man könnte fast glauben, in den Schweizer Alpen zu sein!

Könnte je ein Künstler ein Werk vergleichbarer Schönheit erschaffen?

Das Massiv des Jbel Ayachi, dessen Gipfelhöhe 3.737 Meter beträgt. Die schmale und teilweise trotz trockenen Wetters schlammige Piste führt über viele Kilometer an der Flanke des Berges entlang. Höchste Konzentration ist verlangt.
Die Route führt durch den "Cirque de Jaffar", einen grünen Talkessel mit einer sehr kleinen Nomadensiedlung. 
Ob dieser Wasserlauf tatsächlich die richtige Ausfahrt aus dem Kessel ist? Leise Zweifel werden in uns wach. Zumal die fahrbare Passage zwischen den Felsblöcken immer schmaler wird und die Sonne langsam gegen den Horizont wandert.
Es ist die richtige Ausfahrt! Allgemeines Aufatmen. In Anbetracht des Sonnenstandes hätte uns ansonsten eine weitere empfindlich kühle Nacht auf 2.100 Metern Höhe erwartet, nämlich im Talkessel bei den Cirque-de-Jaffar-Nomaden.
Wir können es kaum glauben; nach der Schlucht-Passage befinden wir uns auf einer unendlich weiten grünen Hochebene. Von Hochgebirge keine Spur mehr. Träumen wir nur, dass wir bis grade eben schwindelerregende Pisten gefahren sind? 
Der Mittlere Atlas, den wir aus Zeitgründen rechts liegen lassen, präsentiert sich in den schönsten Frühlingsfarben. (Anmerkung: Fotos und Details zum Mittleren Atlas gab's in unserem Reisebericht von 2002, siehe Link am Schluss).
Ein guter Ort zum Ausspannen: Camping "Diamant Vert" ausserhalb der Königsstadt Fes.
Westafrika hat bleibende Eindrücke hinterlassen. Seit neustem balanciert Lisanne ihr Spielzeug mit Vorliebe auf dem Kopf... und schläft bisweilen auch in dieser Pose ein.
Auf der Fahrt nach Nador: Frühlingswiesen, wie sie schöner kaum sein könnten.
Auf dieser Reise unser letzter Abstecher ins marokkanische Gebirge. Der Jbel Tazzeka, ein richtiggehendes Paradies für Wanderer, ist mit blühendem Ginster herausgeputzt. 

Ein letzter Blick zurück auf die verschneiten Gipfel des Atlas-Gebirges:

In der Nacht des 23. April rollen wir auf die Fähre von Nador nach Alméria. "Nur noch" 1.200 Kilometer trennen uns von zuhause. 

Im Kopf jedoch haben wir nicht, was uns dort erwartet, sondern tausend neue Pläne für die nächste Reise...

Karte: Gefahrene Route

Zum Anfang des Berichts

Andere Reiseberichte

Neu: Afrika-Bildgalerie. Bilder aus unserer Fotosammlung im Grossformat

CD-ROMs zu den beschriebenen Routen:
Westafrika-Rundreise
Marokko
Sahel

Zur Startseite

 

Homepage made by
Schloss Ludwig