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Papa, wann sind wir endlich in den Dünen?

Teil 5 von 5 - Drâatal & Königsstadt Rabat

Unsere Reise führt uns von Tafraoute aus Richtung Nordosten. Wir sind erstaunt über die grosse Anzahl an Dörfern, die über die karge Bergregion verstreut sind.

 

   

"Reklame" eines Metzgers im Ort Irherm.

   
Noch immer auf einer Höhe von guten 1.000 Metern: die schöne Oase Ammaine. Auch hier beginnt die Zeit der Mandelblüte.
   
Bei einer kühlen Abendtemperatur von knappen 10 Grad fühlen wir uns nicht versucht, das Schwimmbad des Campings Toubkal in Taliouine zu benutzen. Aber schön anzusehen ist es allemal.
   
Unser Wunsch nach frühlingshafteren Temperaturen wird erfüllt. Obwohl der Ort Agdz im nördlichen Drâatal ebenfalls auf einer Höhe von mehr als 900 Metern liegt, klettert das Quecksilber am Nachmittag auf über 20°C. Eine Wohltat. Ebenso angenehm das Ambiente auf dem schönen Camping Kasbah de la Palmeraie.
   
Lisanne ist glücklich. Eine weitere Schweizer Familie logiert auf dem Campingplatz. Deren Tochter Nathalie und unsere Kleine sind schon nach einer Stunde unzertrennlich.
 
Die ins Campinggelände integrierte Kasbah (Familienburg) wird auch heute noch teilweise von den Platzbesitzern bewohnt. Wir nutzen die Chance zu einer Führung durch das eindrucksvolle Gemäuer.
 
   

Die Instandhaltung der bewohnten Kasbah-Teile erfolgt mit klassischen Materialien (Lehm und Stroh) in aufwendiger Arbeit.

Der nicht unterhaltene unbewohnte Teil ist unausweichlich dem Verfall preisgegeben.

 
Eindrücke aus dem Leben in Agdz. Linkes Bild: Unter Trommelschlagen versammelt sich die Dorfgemeinschaft zu einem religiösen Umzug.
   
   
Für den Rückweg durch den Hohen Atlas wählen wir die Passroute über den Tizi-n-Tichka, die uns auf eine Höhe von über 2.200 Metern hinaufführt. Wie erwartet sind wir auf den obersten zweihundert Höhenmetern mit Schneematsch auf der Fahrbahn konfrontiert. Dichte Wolken sorgen zudem für reichlich schlechte Sichtverhältnisse.
   
Vor uns ein Lastwagen, der zuoberst Schafe geladen hat. Trotz schlechter Bedingungen und unzähliger Kurven legt er ein flottes Tempo an den Tag. Und plötzlich - wir möchten unseren Augen kaum trauen - steht da ein winzig kleines Schäfchen auf zittrigen Beinen auf der Strasse. Es muss in der letzten Kurve von der Ladefläche gefallen sein. LKW-Fahrer und Beifahrer haben nichts bemerkt. Ich gebe Hupzeichen. Keine Reaktion. Ich schliesse näher auf und hupe wieder und wieder. Und tatsächlich - der LKW hält an,
   

und als der Fahrer erfährt, weshalb wir hinter ihm hergehupt haben, macht er sich auf die Suche nach dem verlorenen Passagier.

Für uns beginnt in zahlreichen Serpentinen der Abstieg aus Wolken und Schnee.

 

   
Neben dem Grün des Frühlings beherrscht die rote Farbe des lehmigen Bodens das Bild der schönen Berglandschaft auf unserem Weg nach Marrakech.
   
Noch farbenprächtiger wird die Kulisse etwas weiter nördlich:
   
   

Tapetenwechsel: Wir tauchen nochmals ein in das quirlige Leben der marokkanischen Medinas (Altstädte).

Foto: Blick auf die Altstadt von Salé.

   
Gegensätze:  
Gepflegtes Altertum wird uns in Form der Koranschule (Medersa) von Salé präsentiert. Zerbröckelndes Altertum begegnet uns in den Gässchen der Altstadt.
   
   

Voneinander getrennt werden die Städte Salé und Rabat (=Neu-Salé) durch den Fluss Bou Regreg.

Foto: Mündung des Bou Regreg in den Atlantik. Im Hintergrund die Medina von Rabat.

   
Die einfachste Variante, um von Salé in die Medina der Stadt Rabat zu gelangen: Sich von einem der kleinen, sehr preisgünstigen Taxiboote über den Fluss bringen lassen.
   

Rabats Wahrzeichen: der Hassanturm.

Hier sollte die grösste islamische Moschee entstehen, der Turm sollte 80 Meter hoch werden. Der Auftraggeber des Baus Yaqub al Mansur starb jedoch noch während der Bauarbeiten, und das Projekt wurde nie vollendet. Der Turm erreichte eine Höhe von 44 Metern.

   
Kein surrealistisches Kunstwerk von Salvador Dali. Nein, die Säulen sind die Reste der Moscheebauten, die 1755 von einem Erdbeben weitgehend zerstört wurden.
   
Aus dem 20. Jahrhundert hingegen stammt das Mausoleum Mohammed V.
Die prunkvolle Grabanlage für den Grossvater des heutigen Königs wurde zwischen 1961 und 1967 erbaut. Auch der Vater des jetzigen Königs liegt hier begraben.
   
Die schön herausgeputzten Wachen am Mausoleum fordern Touristen sogar zum Fotografieren auf - seltenes Erlebnis in einem islamischen Land.
   

Zum letzten Mal auf dieser Reise geniessen wir den Charme der orientalischen Märkte. Im Souk von Rabat erstehen wir diverse Andenken und Mitbringsel.

Sie werden uns zu Hause fehlen - die leuchtenden Stoffe und exotischen Düfte.

   
Im Norden Marokkos herrschen ganz offensichtlich dieselben Transport-Gepflogenheiten wie im
Süden des Landes oder im Nachbarstaat Mauretanien.
   

Ausflug zum Cap Spartel.
Hier fliessen die Wasser aus Mittelmeer und Atlantik zusammen.

Das Gelände unterhalb des Leuchtturms und um diesen herum ist leider militärisches Sperrgebiet.

   
... und das nicht erst seit heute, wie diese alte Tafel beweist.
   
Bei schönstem Wetter starten wir vom Hafen Tanger in Richtung Heimat (wo uns der Winter zurückerwartet). Regina wird die Überfahrt leider nur sehr bedingt geniessen können, denn sie hat offensichtlich noch an einem der letzten Tage irgendwo ein übles Virus aufgelesen, das nun Magen und Darm martert. Kein schönes Souvenir!

Sehr gut getan haben dagegen die afrikanische Sonne und die nicht alltäglichen Erlebnisse unserem jüngsten "Familienmitglied", das die Reise in meinem Bauch miterlebt hat. Das Kleine ist in den fünfeinhalb Wochen, die wir in Marokko und Mauretanien unterwegs waren, prächtig gediehen.

Wir hoffen natürlich, dass es uns gelingen wird, unsere Freude am Reisen in fremden Ländern und Kulturen auch an diesen neuen kleinen Menschen weiterzugeben. Vielleicht liegt die Lust am Entdecken und Erkunden schon ein wenig in den Genen? Oder wer weiss - vielleicht konnten wir ja auch bereits mit dieser ersten Reise ein positives Zeichen setzen?


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