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Papa, wann sind wir endlich in den Dünen?

Teil 4 von 5 - Westsahara & Anti-Atlas

 

Vor allem hier im westlichsten Teil der Sahara ist deutlich zu spüren, dass es in diesem Winter überdurchschnittlich viel Regen gegeben hat.
 
   

Wenig abwechslungsreich ist die etwa 1.200 km lange Strecke durch die Westsahara.

Unterwegs begegnen uns mehrere Fahrrad-Reisende mit schwerem Gepäck. Ich kann nur sagen: "Hut ab!"

   

Regina beginnt bereits jetzt die Wüste zu vermissen.

Mögliches Heilmittel: Einen Teil davon mit nach Hause nehmen.

Aber Vorsicht: Ausser Sand sollte man nichts einpacken, wenn man bei eventuellen Grenzkontrollen nicht des "Artefakte-Klaus" bezichtigt werden möchte.

 
Ein verlassener Wachturm an der Steilküste.
   
   
Die ausgiebige Pause mit Turmbesteigung wird uns am nächsten Tag nochmals Stunden und Kilometer kosten. Wir haben Reginas Kamera dort liegen lassen! Und wir finden sie tatsächlich wieder!!
   
Blühende Westsahara
   
Einer der wenigen Strandabschnitte, die mit Fahrzeug zugänglich sind. Diese Stelle ist inzwischen bei Wohnmobil-Reisenden zum beliebten Lagerplatz geworden.
   

Hier in Hülle und Fülle zu finden:

Cistanche tinctoria, eine der schönsten Sahara-Pflanzen.

Sie ist eine Schmarotzer-pflanze, die die Wurzeln in der Nähe wachsender anderer Pflanzen anzapft.

   

Das Restaurant der recht neuen Ferien-Anlage "La Courbine d'Argent" ausserhalb des Ortes Sidi Akhfenir.

Der französische Betreiber hat sich vor allem auf die Organisation von Ferienaufenthalten für Hobbyfischer spezialisiert.

   
Etwas zu kühl zum Schwimmen. Aber zum Muscheln- und Steine-Sammeln zwischen den rund geschliffenen Felsbrocken allemal schön genug.
   

Wir nähern uns der Region Agadir, die landwirtschaftlich aktiv genutzt wird.

Von Gemüse-Mangel kann hier nun keine Rede mehr sein. Uns freut's, nachdem unsere Ernährung in Mauretanien ja vorwiegend aus Tetrapacks und Dosen bestritten wurde.

   

Bei diesem freundlichen Herrn in Agadir kaufen wir Kurt's Flugticket in die Schweiz.

In zwei Tagen wird Kurt uns in Marrakech verlassen, weil zu Hause die Arbeit ruft.

   
Die berühmte "Rentnerplatte" von Taghazoute, einige Kilometer nördlich von Agadir. 500 Wohnmobile und mehr haben hier zu Rekordzeiten wild gecampt. Gemäss marokkanischen Aussagen leider nicht unter Beachtung des Umweltschutzes.
   
Schild und tiefer Graben zwischen Strasse und "Platte" scheinen manchen Europäern jedoch offensichtlich nicht zu genügen.
   
Küstenort Tamri: Das Dorf
lebt von seinen Bananenplantagen.
   
Alte Handwerkskunst im schönen Küstenstädtchen Essaouira.
   

Marrakech. Auf dem berühmten Platz Djamaa-el-Fna (Platz der Geköpften) sollen früher die Köpfe der Hingerichteten auf Stangen aufgespiesst worden sein.

Hier begegnet man den Schlangenbeschwörern, Märchenerzählern, Fetisch-Verkäufern und sonstigen künstlerischen Darbietungen aller Art.

   
Welche Attraktion die Besucher unter diesen Schirm lockt, haben wir nicht herausgefunden. Es scheint jedoch eine Darbietung zu sein, die ausschliesslich für das männliche Publikum bestimmt ist.
   

Es gibt keinen Ort in Marokko, an dem ich mich mehr in die Geschichten von Tausend-und-einer-Nacht versetzt fühle als Marrakech.

Das Bild zeigt ein Schmuck-Geschäft in den labyrinthartig ineinander verschlungenen Gässchen des Souks.

   
Das Frauenteam bestehend aus Lisanne, Regina und mir reist ab jetzt alleine. Zu Kurts Abschied am Flughafen von Marrakech strahlt wieder die Sonne vom Himmel, nachdem wir am Vortag reichlich Gebrauch von Regenschirm und -jacken machen mussten.
   
Unser Ziel ist der Anti-Atlas, drum reisen wir zunächst auf der Transitstrecke zurück nach Agadir. Gemäss meinem Empfinden ist diese Route die gefährlichste Strasse Marokkos. Trotz Kurven wird rücksichtslos gerast und vor allem überholt. Wir passieren unzählige Unfallstellen und werden mehrfach selbst fast vom überholenden Gegen-verkehr in den Graben gezwungen. Ein Horror!
   

Landschaftlich ist die Route allerdings sehr schön.

Dennoch würde ich jedem,
der nicht unter grossem Zeitdruck leidet, die Alternativstrecke via
Essouira ans Herz legen.

   
Erholung pur bietet die erst kürzlich ca. 10 km ausserhalb von Agadir eröffnete Hotel- und Campinganlage "Paradis Nomade". Das französische Ehepaar Derue hat dieses gepflegte kleine Paradies erschaffen und kümmert sich liebevoll um seinen Erhalt.
   
Eingebettet in die schöne Landschaft in den Bergen nördlich von Agadir, ist das "Paradis Nomade" eine sehr gute Alternative zum lauten und überfüllten Campingplatz von Agadir.
   
Einziges Wermutströpfchen in der entspannten Idylle: Regina stellt ihre Geox-Schuhe "zum Lüften" auf die Aussenmauer des Campinggeländes. Keine gute Idee. Das Problem, welches wir am nächsten Tag zu lösen haben, lautet: Neue Schuhe für Regina kaufen. Die Geox waren ihr einziges festes Schuhwerk.
   
Kurt bietet uns von zu Hause aus einen einzigartigen Service: Er studiert täglich im Internet die Wetterprognosen für Marokko und informiert uns entsprechend. Dank seiner Hilfe können wir unsere Routen so planen, dass wir immer der Sonne entgegenfahren.
   
Wir setzen die Fahrt in Richtung Anti-Atlas fort. Kurvig und schmal gehts durchs Gebirge. Ausser uns ist glücklicherweise kaum jemand auf dem Bergsträsschen unterwegs, so dass wir entspannt reisen und die schöne Landschaft geniessen können.
   
Der Frühling hat Einzug gehalten. Selbst in höheren Lagen sind schon einzelne blühende Mandelbäume anzutreffen.
   
In Kürze wird die ganze Gegend in der rosa Pracht der Mandelblüten erstrahlen.
   
Eine klassische Speicherburg, genannt Agadir, wie sie im südlichen Marokko häufig zu finden sind.
   
Wir erreichen Tafraoute. Die Landschaft, in die das auf 1.000 m gelegene Örtchen eingebettet ist, begeistert mich immer wieder aufs Neue.
   
   
Durch Winderosion sind in der Umgebung von Tafraoute faszinierende Felsformationen entstanden.
   
Viele der Häuser in Tafraoutes Umgebung präsentieren sich sehr gepflegt in den für diese Region typischen Pastellfarben.
   
Ein verblassendes Kunstwerk, das 1983 entstanden ist. Der Belgier Jean Vérame hat auf zwei Kilometern Länge einzelne Felsen farbig bemalt.


Wir müssen leider feststellen, dass der Camping "Les trois Palmiers" von Tafraoute in einem noch desolateren Zustand ist als ich das von unseren früheren Besuchen gewohnt bin. Ausserdem ist der kleine Platz geradezu vollgestopft mit Wohnmobilen.

Es erscheint uns um ein Vielfaches verlockender, auf dem schönen Freigelände neben dem Camping zu nächtigen. Es stehen dort bereits etwa zehn andere Fahrzeuge, denen wir uns kurzerhand anschliessen.

Die Freude ist von kurzer Dauer. Grade sind wir dabei, unsere Campingstühle aus dem Landi zu holen, als wir bemerken, dass mehrere Polizisten die Runde machen. Wildcampen ist hier verboten. Zum Glück gibt es eine Alternative zur vorgenannten Einrichtung. Grade mal einen Kilometer entfernt wurde vor wenigen Wochen der neue Camping "Taska" eröffnet. Nun haben wir (und alle anderen Vertriebenen) die Möglichkeit, den neuen Platz zu testen. Fazit: Die neue Anlage ist empfehlenswert. Freilich stellen wir uns insgeheim die Frage, ob wohl der Besitzer einen besonders guten Draht zur örtlichen Gendarmerie hat...


Zu Teil 5 - Drâatal & Königsstadt Rabat

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