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Bisher führte uns die Route
durch geradezu menschenleere Gegenden - von einzelnen Hirten
abgesehen. Im Vergleich dazu ist die Region, die wir jetzt
erreicht haben, fast schon dicht besiedelt. Auch die
verfallene Moschee und die zahlreichen Gräber zeugen dafür,
dass in der Nähe Siedlungen sind oder waren. |
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Bei Steingräbern in der Sahara eher selten
anzutreffen: Grabinschriften |
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Wir hatten die nahegelegene Siedlung
nicht bemerkt, aber ihre Bewohner freilich uns. In Windeseile
kommen sie herbeigeströmt, um neugierig die Fremden zu
beobachten. Und natürlich um zu sehen, ob diese ein nützliches
"Cadeau" dabeihaben. |
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| Im breiten, weichsandigen
Oued el Hnouk (ein Oued ist ein zumeist trockenes Flussbett)
kommen wir jetzt sehr gut voran. Mehrere kleine Hüttensiedlungen
säumen den Weg. |
| Oued |
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Wir folgen dem Verlauf des Oueds und
staunen über die überwältigende Landschaft, die uns erwartet:
Neben den hohen roten Felswänden der "Gorge
el Hnouk" wirken unsere Fahrzeuge wie Playmobil-Autos. |
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Ein Traum für jeden Saharafahrer: Auf
sanften sandigen Pisten geht es weiter in Richtung Norden... |
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... bevor der sanfte Sand recht abrupt
endet, da uns die Piste aus dem Oued hinausführt, hinauf
auf ein steiniges Plateau. |
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| Die Aussicht, die uns oben
erwartet, ist gigantisch: |
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| Zu unseren Füssen breitet
sich ein Dünenmeer aus, flankiert von dunklen Bergen. Noch
wissen wir nicht... |
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...dass wir in einigen Sekunden in eben
dieses Dünenmeer eintauchen werden. Ohne Vorwarnung
hatte uns die aus einer einzigen tiefen Fahrspur bestehende
"Piste" in die Dünen geführt. Jetzt gibt's nur noch eins:
Auf Fahrzeug und eigenes Können vertrauen und mit Vollgas
vorwärts! Ein Bergemanöver würde hier Stunden dauern. |
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Das Tückische an dieser einzigartigen
Dünenpassage, von der wir nicht wissen, wie lange sie dauern
wird: Das Gelände steigt merklich an.
Das Ende des Dünenfeldes kommt genauso überraschend
wie der Einstieg. Nach guten drei Kilometern tiefsten Sandes
erwartet uns ein sehr steiler und schwieriger Anstieg
am steinigen Berghang. |
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Erstaunlich: Auf keiner der verfügbaren
Detailkarten der Region ist dieses beeindruckende Dünenfeld
zu finden. Lediglich auf dem Satellitenbild ist zu erkennen,
dass zwischen den dunklen Bergen hier einiges an Sand zu
durchqueren ist. |
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Noch viel erstaunlicher: Auf dem
grobsteinigen Plateau angekommen, erwartet uns eine regelrechte
Strasse! |
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Und diese ist sogar beschildert! Wissen
wir also nun, dass wir in 22 km unser nächstes Ziel, die
Oase Oujeft, erreichen werden.
Diese Route ist in der Tat für Überraschungen
gut. |
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Auch vor dieser fast neuen, breiten Trasse
machen die Wanderdünen allerdings nicht Halt - immer wieder
verschwindet die Piste unter reichlich Sand. |
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| Fortschrittlich präsentieren
sich die Oasengärten von Oujeft: Es wird mit solarbetriebenen
Pumpen bewässert. |
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In Oujeft wird uns klar,
weshalb der Wegweiser nur die Entfernung bis hierher angibt.
In der Siedlung, die im tiefen Sand zu versinken scheint,
endet die Piste. Wer weiter in Richtung Norden will, muss
seinen eigenen Weg finden durch wiederum leicht ansteigenden
Tiefsand.
Auf den folgenden 30 km, die über das steinige
Plateau von El Kfeïfir führen, werden wir ordentlich durchgeschüttelt.
Die Strapaze ist jedoch mehr als lohnenswert, führt doch
die Piste mitten hinein in die atemberaubende Landschaft
des Adrar-Berglands. |
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Riesige rötlichbraune Tafelberge bestimmen
das Bild. |
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Für uns ist klar : Die Berglandschaften
Mauretaniens können ohne weiteres mit den berühmten Bergregionen
anderer Saharaländer mithalten. |
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Kleiner Abstecher in die schöne Oase
Terjit.
Hier hat man sich bereits voll auf Tourismus
eingestellt. Neben Souvenirs aus mauretanischer
Produktion wird auch sehr viel Künstlerisches aus den westafrikanischen
Nachbarländern angeboten. |
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In Atar angekommen, ist Relaxen
angesagt. Der Camping Bab Sahara von Justus und Kora bieten
hierfür ein optimales Ambiente. Und auch wenn das Duschwasser
leicht salzig schmeckt und nur lauwarm aus der Leitung tröpfelt:
Es tut gut, nach Tagen einmal wieder zu duschen! |
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Wir sind halt Schweizer (und Fast-Schweizer),
drum führt kein Weg dran vorbei: am obligatorischen Käsefondue,
das in keinem Schweizer Reisemobil fehlt.
Dass Markus sogar das zugehörige Fondue-Caquelon
mit Rechaud und Fondue-gabeln aus dem Taro zaubert, haut
allerdings sogar mich vom Hocker! |
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Nochmals durch die Tafelberge des Adrar-Berglandes
hindurch gehts am nächsten Tag weiter in Richtung Norden.
Die Heimreise hat begonnen. |
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| Nach den spektakulären Felsformationen,
die hinter uns liegen, wirkt die weite Ebene mit den aus
dem Dunst ragenden Hügeln geradezu mystisch. |
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Genauso wie diese durch Erosion rund
geschliffenen Felsen. |
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| Unser Timing ist perfekt
- just in dem Moment, da wir uns den Schienen der Erzbahn
nähern, ertönt ein durchdringendes 2maliges Tuuuuut. Es ist
immer wieder beeindruckend, die schier endlos lange Kette
von Waggons vorüberdonnern zu sehen. Und zu hören. Mitten
in der Sahara. |
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Es soll tatsächlich Leute geben, die
es vorziehen, auf den Schienen zu fahren statt die parallel
verlaufende Piste zu gebrauchen.
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"Camping Mille Etoiles" (tausend Sterne)
haben Regina und Henne diese Szene getauft. |
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Landschaftliches Highlight der Strecke
Choum - Nouadhibou:
Der Monolith Ben Amira soll nach Ayers Rock
weltweit der Zweitgrösste sein. |
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Seine Gattin Aïcha, die Ben Amira der
Sage nach betrogen haben soll, weshalb sie nun in sieben
Kilometern Entfernung ihr einsames Dasein fristet. |
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Wir statten Ben Amira einen Besuch ab.
Ameisenhaft klein fühlt man sich in Anbetracht der gewaltigen
Ausmasse des Monolithen. |
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| Nach einem letzten gemeinsamen
Nachtlager heisst es am kommenden Morgen Abschied nehmen
von Eru, Henne und Markus. Es hat fast schon Symbolcharakter:
Ihre Fahrzeuge sind grade am Horizont entschwunden, da beginnt
der Himmel zu weinen - und das mitten in der Sahara. Bei
zwar nur leichtem, aber anhaltendem Nieselregen packen wir
unsere Ausrüstung zusammen. |