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Marokko

Stand: April 2005






Allgemeines

Anreise mit dem Auto

Besondere Bestimmungen für die Einreise

Grenzen / Spannungen mit Nachbarländern

Drogenproblematik im Rifgebirge

Treibstoffversorgung

Camping

Allgemeines

Marokko ist unseres Erachtens eines der schönsten Reiseländer Nordafrikas. Geschichtsträchtige Städte, fantastische Gebirgslandschaften, Badestrände, Wüstengebiete. Alles hat dieses Land zu bieten. 

Orientalisches Flair und lebendige Geschichte begegnen dem Reisenden nicht nur in den Königsstädten Fès, Meknès, Rabat und Marrakech, sondern auch in zahlreichen kleineren Städtchen und Dörfern, in Palästen und alten Kasbahs im ganzen Land.

Einen Kontrast dazu bilden Städte wie Essaouira oder Sidi Ifni, die mit ihrem spanischen und portugiesischen Stil lebhaft an die Kolonialzeit erinnern.

Obwohl Marokko über ein gutes Netz von Asphaltstrassen verfügt, kommt auch ein Offroad-Freund auf seine Kosten. Es gibt zahlreiche schöne Pistenrouten, sowohl im Hochgebirge als auch in flacherem Gelände an der südlichen Atlanktikküste oder in Südmarokko.

Auch Wanderfreunden, Bergsteigern oder Mountainbikern bieten sich in den marokkanischen Gebirgen fantastische Möglichkeiten. Zu beachten ist allerdings, dass bereits ab Spätherbst Schneefälle möglich sind. Für zahlreiche Gebirgsstrecken besteht in den Wintermonaten eine Schneesperre.

Teilweise mit Risiken verbunden ist das Bereisen der Wüstengebiete in den Grenzregionen Marokkos (Minenproblematik - siehe Punkt Grenzen). Wer in diesen Gebieten Touren unternehmen möchte, sollte vorab Erkundigungen einholen. Nicht betroffen von der Minenproblematik ist die schöne (wenn auch kleine) Sanddünenregion des Erg Chebbi.

Wer bereits andere nordafrikanische Länder besucht hat, wird sich in Marokko über das bedeutend umfangreichere kulinarische Angebot freuen; und wer ein gutes Glas Wein zum Essen liebt, dem empfehlen wir den (von lizenzierten Restaurants angebotenen) marokkanischen Wein. An Orten, die vom Tourismus leben, bewegen sich allerdings die Preise für Speisen und Getränke auf europäischem Niveau. Vorsicht: Wenn es keine Speisekarte mit gedruckten Preisen gibt, immer vor der Bestellung den Preis besprechen! 

Auch Selbstversorger müssen in Marokko auf nichts verzichten, was sie von zu Hause gewöhnt sind; alles zu haben (auch alkoholische Getränke) ist z.B. in den grossen Supermärkten der Kette Marjane (in der Regel bei den grossen Städten zu finden). 

Anreise mit dem Auto

Die Auswahl an Fährverbindungen nach Marokko ist vielfältig. Wer die lange Anfahrt bis Südspanien nicht scheut, kann beispielsweise von Alméria oder Algéciras übersetzen (nach Tanger, Ceuta oder Melilla). 

Bequemer ist es, von Sète oder Genua nach Tanger zu verschiffen. Ab Genua verkehrt eine Fähre der Gesellschaft Comanav (nicht ganzjährig), ab Sète bieten sowohl Comanav als auch Comarit Überfahrten an. 

Infos zu Fahrplänen und Tarifen:
www.comanav.com
www.comarit.com 

Sehr gute Erfahrungen im Buchen von Tickets haben wir mit der französischen Agentur Euromer gemacht (verkauft Tickets für beide Linien). Fahrpläne und Tarife unter: http://www.euromer.net/pages/mat.php

Besondere Bestimmungen für die Einreise

Für den Import folgender Geräte hat Marokko am 29. Dezember 04 neue Bestimmungen erlassen: 

- Handies
- Anrufbeantworter
- Faxgeräte
- Telefonapparate
- in Laptops integrierte Modems
- GPS-Empfänger
 

Privatpersonen haben ein Formular auszufüllen - siehe PDF-Datei zum Download - und bei der Grenzzollstelle abzugeben. 

Die Geräte dürfen nur zum eigenen Gebrauch eingeführt werden. Ausserdem ist der Import auf lediglich je EIN Gerät beschränkt, d.h. EIN Reisender darf nicht 2 GPS-Empfänger oder 2 Handies einführen. Für jedes importierte Gerät ist jeweils ein Formular auszufüllen. 

Ob die neuen Bestimmungen im Alltag an den marokkanischen Grenzen bereits angewendet werden, ist uns nicht bekannt. Wir empfehlen jedoch allen Reisenden, die Formulare vorsorglich auszufüllen und bereitzuhalten, damit diese auf Nachfrage ausgehändigt werden können.

Um Ihnen das Ausfüllen zu vereinfachen, haben wir eine zweisprachige Version (F/D) des Formulars erstellt.

Formular zum Download

Die grüne Versicherungskarte ist in Marokko mitzuführen. Anderenfalls muss eine Fahrzeugversicherung abgeschlossen werden.

Ausländische Fahrzeuge werden in Marokko mit einer Kenn-Nummer im Pass des Fahrzeughalters eingetragen. Bei einer erneuten Einreise zu einem späteren Zeitpunkt können die Zollformalitäten zum Teil erheblich zügiger abgewickelt werden, wenn man diese Nummer angibt. Wer mit Fahrzeug eingereist ist, aber ohne dieses wieder ausreisen möchte, muss es durch den Zoll versiegeln lassen.

Grenzen / Spannungen mit Nachbarländern

Der Landweg von und nach Algerien ist seit Jahren blockiert. Die Wurzeln dieser Spannungen reichen zurück in die Ära des "Kalten Krieges", während welchem die beiden Länder verschiedene Parteien einnahmen; während Marokko bereits damals eine westliche Gesinnung zeigte, stand Algerien auf der Seite des russischen Machtblocks. Heute werden die Spannungen zwischen Marokko und Algerien hauptsächlich vom Konflikt um das Gebiet der Westsahara beherrscht. Algerien unterstützt die Unabhängigkeits- bewegung Polisario, während Marokko das Gebiet weiterhin besetzt hält.

Auch sind die Streitigkeiten zwischen Algerien und Marokko hinsichtlich Verlauf der Staatsgrenzen in der Region des Drâatals nicht beigelegt. Beim Vergleich verschiedener Landkarten ist festzustellen, dass unterschiedliche Grenzverläufe eingezeichnet sind. Auf den meisten Karten ist nur eine "provisorische" Grenzlinie zu finden. Gewarnt wird in dieser Grenzregion ausserdem vor Landminen (siehe auch Abschnitt Sicherheit).

Auch mit dem europäischen Nachbarn Spanien bestehen nach wie vor Spannungen wegen der spanischen Enklaven Ceuta und Melilla, die Marokko für sich beanspruchen möchte.

Verbessert haben sich die Beziehungen in den vergangenen Jahren zum südlichen Nachbarn Mauretanien. Dem Reisenden kommt das dadurch zugute, dass er das ehemalige marokkanische Sperrgebiet bis zur Grenze bei Guerguarat (die den einzigen Grenzposten darstellt, über den man offiziell nach Mauretanien ausreisen kann) nicht mehr im Konvoi durchqueren muss.

In den zurück- liegenden Jahren der Auseinander- setzung mit Mauretanien errichtete Marokko mit US-Unter- stützung einen Grenzwall, der durch Landminen gesichert ist. Auf nebenstehender Karte der UNO ist dieser Grenzwall als orangefarbene Linie eingezeichnet. Aufgrund der Minen ist in dieser Grenzregion äusserste Vorsicht geboten. 

 

Drogenproblematik im Rifgebirge

Das Rifgebirge hat leider einen relativ schlechten Ruf aufgrund des Haschisch-Anbaus und aufdringlicher oder gar krimineller Verkaufs- methoden von Haschisch-Händlern. Vor einigen Jahren mag es noch so gewesen sein, dass man als Tourist ständig auf der Hut sein musste, um nicht von trickreichen Drogenhändlern in eine Falle gelockt zu werden. Nach unseren positiven eigenen Erfahrungen in den Jahren 2002 bis 2004 beurteilen wir die Situation heute allerdings als wesentlich entspannter.

Nichtsdestotrotz eine Warnung: Sollte man Sie zum Übernachten im privaten Heim einladen, ist Vorsicht geboten. Dies scheint auch heute noch eine beliebte Masche zu sein, mit deren Hilfe Drogenhändler gutgläubige Touristen als Schmuggler für ihre Ware anheuern möchten.

Treibstoffversorgung

Marokko hat die Absicht, eine flächendeckende Versorgung mit bleifreiem Benzin sicherzustellen. Dies ist jedoch heute noch nicht gegeben. Vor allem im Süden des Landes gibt es meist nur verbleites Benzin und Diesel zu kaufen. Im Norden und im Zentrum des Landes ist Reisen mit Bleifrei-Fahrzeugen möglich, wenn man etwas vorausschauend plant und jeweils in grösseren Ortschaften volltankt.

Im südlichsten Teil des Landes (Westsahara) ist Treibstoff subventioniert; die Preise sind bedeutend günstiger als in den anderen Regionen. 

Camping

Marokko verfügt über ein gutes Netz an Campingplätzen. In touristisch erschlossenen Gegenden bieten die Plätze teilweise europäischen Standard (in der Regel nur dann, wenn es mehrere Plätze in einem Ort gibt). Der grösste Teil der marokkanischen Campingplätze genügt allerdings eher einfacheren Ansprüchen. 

Es ist ausserdem fast überall möglich, einen Platz zum Wildcampen zu finden. In besiedelten Regionen empfiehlt es sich, vorab Kontakt mit den Leuten aufzunehmen und um Erlaubnis zu fragen. Wer an der Mittelmeerküste oder in den südlichen und westlichen Grenzgebieten einen sicheren Platz zum Wildcampen sucht, der schlägt sein Lager am besten in unmittelbarer Nähe eines  Militärpostens auf (ebenfalls vorher Kontakt aufnehmen).



CD-ROM "Marokko"

CD-ROM "Pisten in Marokko & Mauretanien"

Bildgalerie Marokko

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