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Mali 

Stand: Oktober 2004

Moschee von Djenné Chutes de Gouina

Allgemeines

Sicherheit

Strassen

Schnellste Route von Nouakchott nach Bamako

Allgemeines

Die Republik Mali ist ein ethnologisch äusserst interessanter Vielvölkerstaat. 

Siebzig Prozent der Bevölkerung Malis lebt an den Ufern des Flusses Niger und seiner Nebenflüsse. Dank Niger und Senegal, die beide in Guinea entspringen, ist Mali das wasserreichste Land Westafrikas. Dies erklärt auch die erstaunliche Tatsache, dass der Fischfang zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Malis gehört (ein bedeutender Teil der Fische wird als Trockenfisch exportiert). Obwohl Mali ein reines Binnenland ist, rangiert es unter den westafrikanischen Fischproduzenten nach Marokko und Senegal auf Platz 3! 

Im touristisch interessanten Süden Malis leben vorwiegend schwarzafrikanische Stämme. Uralte Traditionen werden vielerorts noch heute gelebt; ebenso haben Mystik und Magie für die Einwohner Malis auch heute noch grosse Bedeutung. So haben z.B. die alten Götter ihren festen Platz im Leben der Menschen, auch wenn sich offiziell der Islam durchgesetzt hat. Dies ist bei der kleinen christlichen Minderheit nicht anders. 

Die wichtige Rolle der Medizinmänner und Wahrsager in den Stammesgemeinschaften führt die gelebte Mystik anschaulich vor Augen.
Im Bild: Beschwörungsritual zum Schutz unseres Fahrzeugs

Deutlich spürbar sind in Mali die Bemühungen um Fortschritt und Entwicklung. Mit Hilfe zahlreicher ausländischer Investoren wurden und werden Projekte wie beispielsweise der Staudamm von Manantali (für Bewässerung und Stromgewinnung) realisiert. Auch wandelt sich die Landeshauptstadt Bamako allmählich zu einer modernen Grossstadt. 

Sicherheit 

Das Land ist politisch relativ stabil. Jedoch sind Regierung und Militär nicht in der Lage, das komplette Staatsgebiet zu kontrollieren. So entzieht sich die Sahararegion im Norden des Landes aufgrund ihrer immensen Grösse und äusserst geringen Bevölkerungsdichte nahezu gänzlich der staatlichen Gewalt. Diese Wüstengebiete werden von verschiedenen Touareg-Clans kontrolliert. Viele der in Nordmali lebenden Touareg-Nomaden leben heute vom Schmuggel. Dieser gilt hier nicht als Verbrechen, sondern als reguläres Geschäft, mit dem zahlreiche Familien ihren Lebensunterhalt bestreiten. 

Im Norden Malis hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Raubüberfälle gegeben. Ausserdem erlangte die Region eine zweifelhafte Berühmtheit, weil die im Frühjahr 2003 in Südalgerien gekidnappten europäischen Touristen dorthin verschleppt wurden. Die betroffenen Staaten (in erster Linie Mali und Deutschland) verhandelten mit den Entführern über eine friedliche Lösung des Geiseldramas, so dass die Touristen im August 2003 freikamen. Eine Touristin, die deutsche Michaela Spitzer, verlor jedoch auf der strapaziösen Flucht nach Mali ihr Leben.

Seit dieser Geiselaffäre wird darüber spekuliert, dass der Sahararaum im Norden Malis Rückzugsgebiet für Terroristen ist bzw. werden könnte. 

Aufgrund der vorgenannten Faktoren ist unbedingt von Reisen in die Sahararegionen im Norden des Landes abzuraten. Wer in Mali reist, sollte südlich des Niger-Flusses bleiben. Auch ein Besuch der sagenumwobenen Stadt Timbuktu auf dem Landweg bedarf einiger Sicherheitsvorkehrungen. Beachten Sie hier bitte auch die Reisehinweise und -warnungen der europäischen Auswärtigen Ämter. Hier möchten wir vor allem auf die Hinweise des französischen Aussenministeriums hinweisen, die aussergewöhnlich konkret und direkt sind.  

Die USA engagiert sich seit einiger Zeit verstärkt militärisch in der Sahararegion, so auch im Norden Malis. Welche Auswirkungen diese Intervention in den kommenden Jahren haben wird, bleibt abzuwarten. 

Strassen

Mali verfügt über ein relativ gutes Strassennetz. Die Hauptverbindungen sind entweder geteert oder bestehen aus brauchbaren Pisten. 

In punkto Strassenbau waren im Frühjahr 2004 ungewohnt rege Aktivitäten zu beobachten. So wird beispielsweise grade die grenzüberschreitende Teerstrasse von Ayoûn el'Atroûs (Mauretanien) nach Nioro (Mali) fertiggestellt. 

Allerdings haben für Mali nicht die Strecken nach Mauretanien erste Priorität, sondern jene nach Senegal und Gambia. Bislang war Abidjan Dreh- und Angelpunkt für die Verschiffung von Gütern; durch die Unruhen an der Elfenbeinküste muss Mali sich nun neu orientieren. In naher Zukunft sollen die Routen nach Dakar und Banjul ausgebaut werden. Gambia unterstützt diese Pläne durch den Bau einer Strasse entlang des Gambia-Nordufers (Bauarbeiten sind im Gang). 

Die Pistenroute von Bamako nach Kidira (Senegal) ist zu einer der wichtigsten Verbindungen Malis geworden. Sie führt über die Orte Diéma, Sandaré und Kayes. Der Abschnitt Diéma-Sandaré wurde bereits asphaltiert. 

Ausserdem soll ein Masterplan den Bau einer neuen Strasse von Bamako über Kita nach Senegal vorsehen. Ob diese neue Strasse nördlich oder südlich des Stausees von Manantali verlaufen soll, ist uns nicht bekannt.

Schnellste Route von Nouakchott nach Bamako

Interessant sind die beachtenswerten Aktivitäten im Strassenbau in Mali wie auch in Mauretanien unter anderem für jene Afrikafahrer, deren Ziel früher Senegal war und die jetzt umdisponieren müssen, weil sie nicht mit Carnet de Passage reisen wollen (wird von Senegal seit Spätherbst 2003 für Fahrzeuge, die älter als 5 Jahre sind, verlangt). Ein Grossteil der Betroffenen weicht auf Mali aus und sucht eine gut zu fahrende Route nach Bamako.

Die Instandsetzung der "Route de l'Espoir" (Strasse der Hoffnung) kommt den Reisenden hier sehr entgegen; ebenso die oben erwähnte grenzüberschreitende Piste von Ayoûn el'Atroûs nach Nioro (teilweise Asphalt), die inzwischen Teil der "Standardstrecke" von Mauretanien nach Mali geworden ist. Die Pistenstrecke von Nioro über Diéma bildet den einzigen etwas anspruchsvolleren Teil dieser Route, da dieses Pistenstück offensichtlich seit längerer Zeit nicht mehr instandgesetzt wurde. Mit geeignetem Fahrzeug und etwas Erfahrung im Geländefahren ist jedoch auch diese ca. 100 km lange Etappe in 2 1/2 bis 3 Stunden zu bewältigen. Die Piste von Diéma via Kolokani nach Bamako ist in einem akzeptablen Zustand (starkes Wellblech).

Es gibt natürlich zahlreiche andere Wege, die der Reisende wählen kann, um nach Bamako zu gelangen. Die hier beschriebene Variante ist die einfachste und schnellste.

Darstellung der beschriebenen Route auf der Michelinkarte 953:

Die Alternativ-Route Ayoûn el'Atroûs - Nema (Ende der "Route de l'Espoir") - Nara - Bamako ist aus Sicherheitsgründen eher nicht zu empfehlen. In der Region um Nema kam es in der Vergangenheit des öfteren zu Raubüberfällen. 

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